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Fettverlust

Wie chronischer Stress Bauchfett verursacht und was man dagegen tun kann

Wie chronischer Stress Bauchfett verursacht und was man dagegen tun kann
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ch wache auf. Nacht war wieder zu kurz. Hätte gestern Abend eine Episode "Modern Family" früher aufhören sollen. Okay, ich kanns nicht ändern, besser mal das Handy checken. Oh nein, zwei E-Mails von meinem Chef, ich habe noch mehr Arbeit zu erledigen. Wie auch immer, schnell Blick.ch checken, die Corona-Zahlen sind durch die Decke gegangen. Oh sh**, ich bin schon zu spät dran für meinen Zug!

Ist das dein Morgen? Dann ist dieser Artikel für dich! Abgesehen von der Tatsache, dass dieser stressige Start in den Tag für deine psychische Gesundheit verheerend ist, kann er auch zu einem Stressbauch, also zu mehr Bauchfett durch Stress, führen. Es ist auch unwahrscheinlich, dass der beschriebene Morgenstress, und die dazugehörige Cortisol-Spitze, der einzige bleiben wird an einem solchen Tag. Gewinne den Morgen und du gewinnst den Tag! Aber das ist ein Thema für eine andere Woche. Lass uns beleuchten, warum ein Tag, der so beginnt und so weitergeht, dick macht. Vor allem, wenn er an fünf Tagen in der Woche so beginnt und weiter abläuft.

Wie Hormone und Entzündungen schlank oder dick machen können

Die Hauptursache für einen Stressbauch sind die Hormone, welche der Körper in Stresssituationen freisetzt. Als Schutzmechanismus gedacht, gefährdet das Stresshormon Cortisol deine schlanke Linie - vor allem, wenn es chronisch immer und immer wieder ausgeschüttet wird. Es beeinflusst unter anderem unseren Heisshunger auf Snacks in Form von Kohlenhydraten und Zucker, hemmt den Stoffwechsel und regt den Körper an, die aufgenommene Energie nicht zu verbrennen, sondern in den Fettdepots - vorzugsweise im unteren Bauchbereich - zu speichern. - wie gemein. Das innere Bauchfett wächst unbemerkt, bis ein typischer "Stressbauch" entsteht. Dieser kann auch sehr schlanke und gesundheitsbewusste Menschen betreffen und gehört zu den hartnäckigsten und gefährlichsten Problemzonen. Das untere Bauchfett, auch als viszerales Fett bekannt, fördert Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöht, durch eine hohe systemische Entzündung, das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Mehr über Entzündungen erfährst du in diesem Webinar-Video mit Dr. Torsten Albers. Wer durch Stress, Sorgen, psychische Anspannung oder falsches Timing keine Ruhe findet, produziert auch das Hormon Leptin, das den Stoffwechsel negativ beeinflusst und den Appetit auf ungesunde Zwischenmahlzeiten anregt. Das erklärt, warum chronisch gestresste Menschen oft Probleme mit hartnäckigen Fettpölsterchen haben. Für einen flachen Bauch sind nicht nur Bewegung und Ernährung wichtig, sondern auch ein gesunder, natürlicher Cortisolspiegel. Warum glaubst du sonst, ist die Mindfulness oder auch Achtsamkeit so ein riesen Thema geworden in letzter Zeit! Die Menschen wollen nicht der nächste Buddha werden, sie wollen sich gut fühlen und in Badehosen sexy aussehen. Punkt.

Wie gut du mit Stress umgehen kannst ist auch genetisch bedingt (z.B. durch die Gene COMT, DTNBP1, BDNF). Wenn du eine genetische Veranlagung hast, die dich anfällig für Stress macht, egal ob dieser durch psychischen Druck, schlechten Schlaf, Koffein usw. verursacht wird, sind deine epigenetischen Faktoren wie Mindset, Ernährung und Lebensstil besonders wichtig, um eben diese Genexpression positiv zu beeinflussen und eben keinen Stressbauch zu entwickeln.

Was ist Cortisol und wie wirkt es auf den Körper?

Cortisol ist ein abbauendes (kataboles) Hormon und wird in der Nebennierenrinde synthetisiert. Der Körper bildet es, wenn er Stress empfindet oder wenn der Blutzucker auf gefährlich niedrige Werte zu sinken droht. Es soll dem Körper in einer lebenswichtigen Situation (Kampf- oder Fluchtsituation) Energie liefern (egal aus welchem Gewebe oder Speicher, notfalls sogar aus Muskeln - schon mal gefragt, warum Marathonläufer so mager sind? Zu viel Stress im Leben birgt das Risiko eines konstant hohen Cortisolspiegels. Lesen Sie mehr in Egles Blog über Strategien zur Stressbewältigung.

 

Was man nicht tun darf, wenn man chronisch hohe Cortisolspiegel vermeiden will:

  • Zu wenig oder schlecht schlafen und / oder zu spät ins Bett
  • Viel zu viel Sport
  • Zu wenig Kohlenhydrate bei viel intensiver Bewegung
  • Zu viel Kaffee / Koffein (Koffeinempfindlichkeit ist individuell und genetisch verschieden)
  • Zu viel Stress bei der Arbeit (Sorry, dass wir das offensichtliche wiederholen)
  • Zu wenig "Auszeit" / ruhige Stunden zum Entspannen
  • Perfektionismus, 80/20 macht glücklich, glaub mir!

Die negativen Auswirkungen eines chronisch erhöhten Cortisolspiegels auf den Körper:

  • Setzt Fett/Energie frei. Wenn das Fett nicht verbrannt wird (weil es keine Kampf- oder Fluchtsituation gibt), wird es in der Leber und im Bauchbereich zwischengelagert --> Fettleberkrankheit und unnatürliche Fettverteilung im Körper (Bauchfett)
  • Baut Muskeln ab --> Muskelschwäche, Muskelzittern
  • Baut Knochendichte ab --> Osteoporose
  • Führt zu vorzeitiger Alterung --> Falten entstehen, Gehirnzellen sterben früher ab
  • Erhöht den Blutzucker und führt langfristig zu Insulinresistenz -> Diabetes
  • Unterdrückt gute Laune -> Griesgram
  • Verursacht Heisshunger --> da es ein langfristiges Stresssignal ist, will der Körper für schlechte Zeiten vorsorgen, dein Bauch wächst also
  • Senkt den Testosteronspiegel --> Verminderung der Libido (Schatz ich hab Migräne)
  • Unterdrückt das Immunsystem und fördert Entzündungen --> die Anfälligkeit für Infektionen nimmt zu
  • Erhöht Blutzucker und Blutfette und stört den Mineralhaushalt --> Blutdruck steigt

 

Wie Cortisolspiegel und Stress gesenkt werden können

Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, deinen Cortisolspiegel auf natürliche Weise zu senken. Lese die Tipps in dem oben erwähnten Blog Post von Egle, wenn du noch detaillierter über deren Wirkungsweise erfahren willst.

1) Einstellung zur Senkung des Cortisolspiegels

Gerade die richtige Denkweise und die innere Einstellung zum Leben verändern den Umgang mit belastenden Situationen und Menschen. Denn Stress lässt sich heutzutage nicht vermeiden. Hier kommt die Stressresistenz, die so genannte Resilienz, ins Spiel. Diese kann trainiert und aufgebaut werden.

Was bedeutet Resilienz und warum brauchen wir sie?

Resilienz bedeutet innere Widerstandskraft, die uns befähigt, Herausforderungen anzunehmen, unter Stress neue Lösungen zu finden und zu wachsen, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Resilienz ist unser stoischer Rückzugsort der inneren Akzeptanz und wird sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben dringend benötigt. Zum Beispiel im Umgang mit schwierigen Menschen, Beziehungsproblemen, Familienproblemen und Doppelbelastungen, also wenn wir zusätzlichen mit einschneidenden Ereignissen wie Krankheit, Tod und anderen schweren Verlusten fertig werden müssen.

Unverwüstliche Menschen akzeptieren die Tatsache, dass die Dinge nicht immer so geschehen, wie sie es wollen. Sie konzentrieren sich auf das Positive und versuchen, neue Möglichkeiten zu entdecken. Jeden Tag können wir die Einstellung wählen, mit der wir in den Tag starten. Beispiel: Jemand ärgert mich, beleidigt mich. Entweder lasse ich mich emotional verletzen oder ich entscheide mich dafür, mich nicht verletzen zu lassen (was dann viel weniger Stresshormone freisetzt).

Die folgenden mentalen Einstellungen haben mir sehr geholfen, den Alltag gelassener zu betrachten. Ich bin weniger wütend, ausgeglichener und habe meine mentale Stärke verbessert.

  • Mach dir keine Sorgen, sondern lebe! Ärger dich nicht über Kleinigkeiten, sondern betrachte die alltäglichen Probleme aus der Vogelperspektive. Grübeln ist meist unrealistisch und hilft nicht weiter.
  • Lerne dich zu entspannen. (Ich weiss, leichter gesagt als getan)
  • Üben dich darin, schwierige Beziehungen und Mitmenschen als eine Lernaufgabe und eine Gelegenheit zu sehen, mit ihnen zu wachsen. Ich nehme oft die Perspektive der anderen Person ein.
  • Anstelle von "Ja, ABER..." ist es besser, "Ja, UND..." zu verwenden. Das Wort ABER ist eine Kommunikationsbarriere.
  • Werde eine "Nichtsdestotrotz"-Person. "Nichtsdestotrotz"-Menschen stehen trotz Krise und Stress wieder auf, machen weiter und meistern die Krise mit mehr Selbstvertrauen und Reife.
  • In der Komfortzone gibt es kein Wachstum. Versuche so oft wie möglich aus deiner Komfortzone herauszukommen, um zu wachsen, Vertrauen zu gewinnen und deine Belastbarkeit zu erhöhen.
  • Frage die Menschen nicht nach ihren Erfolgsfaktoren, sondern danach, aus welchen Fehlern sie gelernt haben.
  • Verantwortung: Mache dir bewusst, dass DU entscheidest, wie DU auf etwas reagierst. Was ist eigentlich wirklich passiert? Fakten ohne Interpretation.
  • Bewusstsein (z.B. Morgen- und / oder Abendroutine): Übe Dankbarkeit und Selbstreflexion: Wofür bin ich dankbar? Was war heute positiv? Was kann ich verbessern?

Um im Alltag entspannter zu werden, sind auch richtige Ernährung und Bewegung wichtig.

 

2) Ernährung zur Senkung des Cortisolspiegels

Esse Nahrungsmittel, die Cortisol und Stress senken oder das hormonelle Spektrum wieder in Einklang bringen:

  • Vermeide entzündungsfördernde Nahrungsmittel (siehe Webinar von Dr. Torsten Albers)
  • Esse alle verschiedenen natürlich vorkommenden Farben
  • Bevorzuge Bioprodukte und esse nährstoffreiche Lebensmittel
  • Vermeide zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten
  • Esse regelmäßig
  • Wenn du dich viel und intensiv sportlich betätigst, esse mehr Kohlenhydrate
  • Esse vor dem Training etwas - falls nötig
  • Kaffee / Koffein nur in Massen (max. 2-3 Tassen pro Tag; hängt von deiner individuellen Koffeinverträglichkeit ab)
  • Trinke auf nüchternen Magen ein Glas Wasser mit Salz und Zitronensaft (es aktiviert morgens die Nebennierenrinde und sorgt für normale Cortisol Werte)

 

Vitamine, Mineralien und Nahrungsergänzungsmittel:

  • Magnesium einnehmen, Bis-Glycinat hat eine entspannende Wirkung
  • Vitamin B (z.B. in Rinder Leber)
  • Vitamin C (in Form von Obst und Gemüse)
  • Adaptogene wie Ashwagandha und Rhodiola Rosea
  • L-Theanin
  • Magnolol
  • Glycyrrhizin (Süßholzwurzel)
  • Quercetin (z.B. in Zwiebeln und Äpfeln)
  • PMFs (Polymethoxylierte Flavone - Superflavonoide); u.a. in Orangen

3) Lebensstil und Training zur Senkung des Cortisolspiegels

  • Stress bei der Arbeit und im Alltag abbauen -> Zeit besser einteilen, weniger Arbeit akzeptieren oder effektiver arbeiten, kurze Pausen planen
  • Genügend Schlaf bekommen und ihn optimieren, wie erfährst du hier im Videomitschnitt unseres Schlaf-Webinars
  • Elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer entfernen
  • Weniger (übermässig anstrengende) Bewegung
  • Kein mittelintensives Kardio über lange Dauer!
  • Hochintensives Krafttraining, kurz und knackig
  • Plane ruhige und angenehme Stunden, wie zum Beispiel Spaziergänge im Wald ein (Shinrin Yoku)
  • Meditation - Meditation erhöht auch die Anti-Aging-Aktivität der Telomerase, schafft neue Gehirnzellen und erhöht die Alphawellen im Gehirn (für den Tiefschlaf). Probiere Anwendungen wie Headspace oder 7Mind aus. Schon 5 Minuten sind ein guter Anfang!
  • Yoga und / oder reflexive Muskelentspannung (siehe auch YouTube-Videos z.B. von Happy and Fit Yoga)
  • Verwende Geräte wie HeartMath und übe die Herz-Atmungs Kohärenz
  • Benutze vor dem Schlafengehen mindestens 2 Stunden lang keine elektrischen Bildschirme. Und wenn doch, dann mit blockiertem Blaulicht, z.B. mit Blue-Blocker-Brillen (z.B. von InnovativeEyewear), Blaulichtfiltern wie f.lux oder der Nachtmodus-Funktion deines Computers
  • Musik machen (wenn du kannst)

 

Je länger du dich in Belastbarkeit übst und einige der anderen Faktoren berücksichtigst, desto schneller wirst du entspannter und mit niedrigeren Cortisol Werten durch den Alltag gehen. Wenn du tiefer in das Thema Stress eintauchen willst und wissen willst, warum es so wichtig ist, dass du während deines Lebens, in regelmässigen Abständen, qualitativ hochwertige Stressoren und anschliessend viel qualitativ hochwertige Entspannung erlebst, dann sind diese Ressourcen genau das Richtige für dich: 1) Diese Blogpost-Reihe von Julian und Philipp 2) Dieses AURUM-Webinar über die Beziehung zwischen Stress und gesundheitlichen Effekten

Vielleicht denkst du, dass du alles richtig machst und trotzdem verlierst du kein Bauchfett. Das, obwohl du besessen bist von allem, was du tust. Vielleicht, nur vielleicht, solltest du dich für einen Moment entspannen und dir etwas gönnen, nur um dann möglicherweise einen kontraintuitiven Durchbruch in deinen Bemühungen um die Bikinifigur zu erleben.

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